Pflegetagebuch

Vor dem Besuch des MDKs empfiehlt es sich, mindestens eine Woche lang ein detailliertes Pflegetagebuch zu führen. Für eine bessere Einschätzung ist aber ein zweiwöchiges Pflegetagebuch besser. In diesem wird festgehalten, wie viel Zeit der Pflegende für die Körperpflege, Ernährung, Darm- und Blasenentleerung, Versorgung im Haushalt und Mobilität braucht.

Diese Angaben sollten Sie dokumentieren:

1. Zeitaufwand (in Minuten)

Alle Personen die an der Pflege beteiligt sind, tragen minutengenau den erbrachten Zeitaufwand für die erbrachte Hilfestellung ein. Diese sind im Detail:

  • Körperpflege: Waschen, Duschen, Baden, Kämmen, Mund- und Zahnpflege, Rasieren, Blasenentleerung, Darmentleerung, Intimpflege, Wechsel von Inkontinenzartikeln.
  • Ernährung: mundgerechte Nahrungszubereitung, Nahrungsaufnahme
  • Mobilität: Aufstehen vom Bett, Ankleiden, Zubett bringen, Auskleiden, Gehen oder Bewegen in der Wohnung, Stehen, Treppensteigen, Begleitung zum Arzt.
  • Hauswirtschaftliche Versorgung: Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln der Wäsche, Waschen, Bügeln, Beheizen der Wohnung.

2. Art der Hilfe

Es muss erkennbar sein in welchen Bereich und auf welche Art wurde geholfen. Dabei wird zwischen diesen Arten unterschieden:

  • Anleitung
    Der Ablauf der einzelnen Handlungsschritte werden von der Pflegekraft angeregt, gelenkt oder demonstriert.
  • Beaufsichtigung
    Die Pflegekraft gewährleistet die Sicherheit der zu pflegenden Person. Zum Beispiel beim rasieren, wenn durch unsachgemäße Benutzung der Klinge eine Selbstgefährdung gegeben ist, greift die Pflegekraft ein. Es darf nur die Beaufsichtigung berücksichtigt werden, bei der die Pflegeperson in zeitlicher und örtlicher Hinsicht gebunden ist
  • Unterstützung
    Unterstützung bedeutet, die zu pflegende Person durch die Bereitstellung sächlicher Hilfen in die Lage zu versetzen, eine Verrichtung selbständig durchzuführen.
    Ein Beispiel ist das selbständige Duschen. Der Pflegende richtet den Duschhocker, Dusch-Utensilien und Handtücher und räumt diese im Nachhinein wieder auf.
     
  • Teilweise Übernahme
    Diese Form bezeichnet die direkte Hilfe bei einer Durchführung einer Verrichtung, wenn diese vom Pflegebedürftigen nicht vollständig durchgeführt werden kann.
    Zum Beispiel ist die zu pflegende Person in der Lage Gesicht und Teile des Körpers selbständig zu waschen, für das Waschen der Füße und Beine wird aber eine die Hilfe einer Pflegekraft benötigt. Wenn eine selbständige Verrichtung begonnen, aber wegen Erschöpfung abgebrochen wird, liegt ebenfalls eine teilweise Übernahme vor.
  • Vollständige Übernahme
    Eine Vollständige Übernahme liegt dann vor wenn die Pflegekraft alle Verrichtungen ausführt, die der Pflegebedürftige selbst nicht ausführen kann und auch keinen eigenen Beitrag dazu leistet.

 

Muster:
Muster Pflegetagebuch

Muster Pflegetagebuch

Eine Auflistung der Pflegetagebücher der einzelnen Krankenkassen finden Sie hier.

 

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